Jeweils 1 von 110 Kindern leidet an Autismus – ein unheilbares Syndrom, das die Verarbeitung von Sinneseindrücken und Reizen stark beeinträchtigt. Wissenschaftler an der Universität von Südkalifornien setzen nun bei der Behandlung angeborener Erkrankungserscheinungen wie Beziehungs- und Kommunikationsproblemen auf eine eher ungewöhnliche Therapie: einen Roboter namens Bandit.
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| Die Neugierde wird gesteigert |
Kameras für die Augen |
Bandit zum Preis eines Laptops? |
Bandit ist ein hochentwickelter humanoider Roboter, der sich frei bewegen, sprechen, winken und gestikulieren kann, Geräusche wahrnimmt und menschliche Gesichtsausdrücke formt. Er kann sogar Seifenblasen machen. Für die Augen werden kleine Kameras mit Infrarotsensoren verwendet, Räder für die Füße. Zudem steht eine begrenzte Auswahl an Funktionen zur Verfügung, die eine Interaktion mit autistischen Kindern ermöglichen.
Der Psychologe Simon Baron-Cohen, Leiter des Autismus-Forschungszentrums der Universität von Cambridge, äußerte sich diesbezüglich gegenüber der Zeitschrift Popular Science: „Sie können mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussagen, was der Roboter über etwa 90 % der Zeit als Nächstes tun wird; menschliche Interaktionen folgen jedoch nur wenigen verlässlichen Regeln." Baron-Cohen zufolge fällt es Kindern mit Autismus schwer, mit den komplexen menschlichen Verhaltensweisen zurechtzukommen. Aus diesem Grund wenden sie sich vom Menschen ab und der leicht verständlichen Objektwelt zu. Oder wie in diesem Fall dem Roboter Bandit.
Bei vorangegangenen Behandlungsversuchen konnte der Roboter die Neugierde von autistischen Kindern im Alter von 5 bis 9 Jahren wecken, die in etwa dieselbe Körpergröße wie der Roboter besaßen und sich in einem Raum mit ihren Eltern befanden. Der Roboter versuchte, durch langsame Bewegungen die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich zu ziehen. Sobald die Kinder zurückwichen, schlug der Roboter eine andere Strategie ein. Er blieb stehen und führte eine Komm-her-Geste aus. Dadurch wurden einige Kinder noch neugieriger: Vorläufi ge Ergebnisse zeigen, dass viele der Kinder, die an diesem Versuch teilnahmen, sozialer und kommunikativer wurden, wenn sich Bandit ebenfalls im Raum befand. Obwohl die Interaktionen mit dem Roboter im Durchschnitt nur fünf Minuten andauerten – eine zu kurze Zeitspanne, um dauerhafte Verhaltensänderungen herbeizuführen –, sind Forscher vom Erfolg ihrer Behandlungsmethode überzeugt: „Ja, es gibt noch viel zu tun, aber die Therapie ist vielversprechend", so Professorin Maja Mataric.
Kindern mit Autismus fällt es schwer, mit den komplexen
menschlichen Verhaltensweisen zurechtzukommen. Aus diesem
Grund wurde Bandit entwickelt.
menschlichen Verhaltensweisen zurechtzukommen. Aus diesem
Grund wurde Bandit entwickelt.
Forscher erweitern derzeit das Funktionsspektrum von Bandit und widmen sich der Verbesserung seiner sozialen Fähigkeiten, damit er auf die Verhaltensweisen von Kindern auch in einer unstrukturierten, spielerischen Art und Weise reagieren kann.
Wenn der Roboter auch weiterhin vielversprechende Ergebnisse liefert, sollte einer Großproduktion nichts mehr im Wege stehen. Professorin Maja Mataric verfolgt nämlich ein weiteres Ziel: „Ich möchte einen Roboter entwickeln, der leistungsfähig und erschwinglich zugleich ist. In zehn Jahren soll er zum Preis eines Laptops zu erwerben sein."
adulante wird Sie darüber informieren, sobald weitere Forschungsergebnisse bzw. Neuigkeiten zu Bandit vorliegen.








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