Die Bewohner des beschaulichen Städtchens Peccioli staunten nicht schlecht, als sie diesen Sommer Besuch der etwas anderen Art bekamen: Die beiden Roboter DustClean und DustCart schickten sich an, die Straßen und Häuser des kleinen Orts in der Toskana von Schmutz und Unrat zu befreien. Adulante hat sich das Projekt für Sie genauer angesehen.
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| Idealer Müllschlucker in engen Gassen |
Per Anruf ist DustCart zur Stelle |
Die Testfahrt in Peccioli: voller Erfolg |
Die Mülltonne ist voll, aber die Müllabfuhr kommt erst nächste Woche? Der Boden ist übersät mit den Überbleibseln vom Wochenende, aber die Straße zu eng für eine Kehrmaschine? Im Rahmen des EU-weiten Projekts „DustBot" unter der Leitung der Scuola Superiore Sant'Anna in Pisa haben sich Wissenschaftler von neun Einrichtungen aus fünf Ländern dieser Problematiken angenommen.
Seit 2006 forschen sie an einem funktionierenden und bezahlbaren System, das viele Müllprobleme der Zukunft lösen soll. Das Ergebnis sind die Roboter DustClean und DustCart, die beide auf der Roboterplattform des futuristischen Personentransporters Segway basieren. Sie wurden bereits in vielen europäischen Ländern sowie in Japan und Südkorea vorgestellt, doch in diesem Sommer war jetzt erstmals ein mehrmonatiger Test unter Realbedingungen an der Tagesordnung.
Die kleine Stadt Peccioli mit seinen engen Gassen war ideal für den Versuch: Mit seinen 1,70 Metern Größe bei 70 Kilo Gewicht kann sich der DustCart problemlos durch die vielen kleinen Straßen schlängeln, die für reguläre Müllwagen zu schmal sind. Die Bewohner rufen den Roboter über ihr Mobiltelefon an, der sich sodann mit 1,6 km/h auf den Weg macht und seine Ankunft per SMS ankündigt. Per Touchscreen – auf dem man zudem hilfreiche Informationen, von der Luftqualität über Sehenswürdigkeiten in der Nähe bis zum aktuellen Bahnfahrplan, fi nden kann – öffnet der Benutzer eine Klappe und wirft seinen Müllbeutel in den 80 Liter fassenden Innenraum des Roboters. Sofort fährt der DustCart zurück zur Entladestation, um den Müll abzuladen. Mit einer einzigen Akkuladung ist er in der Lage, eine Strecke von bis zu 16 Kilometern zurückzulegen.
Die Lösung der Müllprobleme der Zukunft: DustClean und DustCart.
Sie reinigen selbstständig große Plätze und schlängeln sich
durch enge Gassen, wo die Müllwagen nicht hinkommen.
Damit er sich unterwegs zurechtfi ndet und nicht mit Gegenständen oder Menschen kollidiert, sind in ihm – genau wie in seinem kleinen Bruder DustClean – zahlreiche Kameras und Sensoren verbaut, die die Umgebung stets im Blick halten und wie haushaltsübliche Reinigungsroboter Hindernisse automatisch umfahren. Zur Sicherheit lässt er sich dennoch in Sekundenschnelle über einen Notknopf abschalten. Der DustClean-Kehrroboter ist mit Bürsten und Staubsauger ausgestattet, um selbsttätig Gehwege und Plätze von Schmutz und Abfall zu befreien. Mit einer Größe von 96 cm und einem Gewicht von 250 kg kann er autonom vier Stunden lang mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 1 km/h umherfahren und dabei bis zu 20 kg Müll aufsammeln.
Zurzeit befi nden sich die Wissenschaftler noch in der Auswertung der zahlreichen gesammelten Daten. Projektleiter Paolo Dario spricht dabei schon jetzt von einem Erfolg, der Voraussetzung für eine kommerzielle Nutzung der beiden Roboter ist: „Wir haben eine Menge gelernt und sind ziemlich optimistisch". Das Projektteam schätzt den weltweiten Bedarf auf rund 100.000 Roboter. Bei einem Stückpreis von 19.000 bis 25.000 US-Dollar lägen die Kosten nach Angaben der Forscher damit nur unwesentlich über denen der herkömmlichen Müllbeseitigung per LKW.
Wann und ob die Maschinen auch in weiteren Innenstädten anzutreffen sind sowie alle wichtigen Neuigkeiten über die beiden praktischen Reinigungsroboter, erfahren Sie natürlich sofort hier im Adulante-Magazin.








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