Soldaten haben nicht nur mit den Gefahren ihres Einsatzes zu kämpfen: Besonders in gebirgigem oder anderem unwegsamen Gelände wird ihnen das bis zu 50 kg schwere Gepäck zur Last. Mit seinem an Science-Fiction erinnernden Transportroboter „BigDog" will der amerikanische Roboterhersteller Boston Dynamics Abhilfe schaffen.



Kann Steigungen bis zu 45° absolvieren 154 kg Traglast sind kein Problem 69 Sensoren behalten den Überblick
Kann Steigungen bis zu 45° absolvieren
154 kg Traglast sind kein Problem
69 Sensoren behalten den Überblick


Schließt man die Augen, wähnt man sich von einem Schwarm Riesenhornissen umzingelt. Es surrt und summt ohne Unterbrechung. Öffnet man die Augen, glaubt man nicht, was man da sieht: Der BigDog wirkt wie ein überdimensionales, kopfloses Insekt. Seine vier dünnen Beinchen erinnern an die Gliedmaßen einer Vogelspinne, der platte Oberkörper an eine Maschine aus Star Wars. Und doch soll dieses von der militärischen Forschungsförderungsagentur DARPA finanzierte Gerät in Zukunft einen wertvollen Beitrag auf den Kriegsschauplätzen dieser Welt leisten.

Mit einer Größe von rund 1x1 Meter und einem Gewicht von 109 kg ist der BigDog in der Lage, 154 kg Traglast zu stemmen und Steigungen bis zu 45° zu absolvieren. Er kann gehen, kriechen, rennen und springen – selbst steinige, vereiste oder nasse Untergründe sind für ihn kein Hindernis. Seine Beine recyclen die Schrittenergie und absorbieren Erschütterungen: Rutscht der BigDog aus oder bekommt er einen heftigen Schubs, schlingert er zwar kurz, doch fängt er sich innerhalb kürzester Zeit und steht wieder auf den Beinen.

Das Innenleben des mechanischen Packesels besteht aus einem handelsüblichen Go-Kart-Motor, der eine hydraulische Pumpe zur Bewegung der Beine ansteuert. 69 Sensoren halten die Umgebung im Auge, ein GPS-System liefert die Position und hilft bei der Koordination. Obwohl sich der Roboter theoretisch völlig autonom fortbewegen könnte, ist auch die Steuerung per Fernbedienung möglich.

Für den Kriegseinsatz muss der BigDog aber noch leiser, flexibler
und selbsttätiger agieren.

Bereits 2005 wurde die erste Generation des Roboters fertiggestellt. Mittlerweile sind die Kinderkrankheiten beseitigt und der BigDog ein Weltrekordträger: Ohne menschliche Hilfe schaffte er es, eine Strecke von 12,8 Meilen zurückzulegen – bis ihm schließlich nach rund zweieinhalb Stunden der Treibstoff ausging.

Bis zur Serienreife des mechanischen Packesels dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen – obwohl alle bisherigen Prototypen äußerst Vielversprechend zu sein scheinen. Denn für den realen und massenhaften Kriegseinsatz muss der BigDog noch leiser, flexibler und selbsttätiger agieren können. Bis es soweit ist, soll die US-Armee laut des Magazins „National Defense" tatsächlich den Einsatz echter Lastentiere erwägen, genauer: Eseln.

Adulante wird für Sie die weitere Entwicklung des BigDogs im Auge behalten und Sie wie gewohnt über Neuigkeiten an dieser Stelle informieren.