Die Technik entwickelt sich unaufhörlich weiter. In den Laboratorien der Wissenschaftler entstehen immer fortschrittlichere Maschinen, die eines Tages sogar den menschlichen Partner ablösen könnten. Das Adulante Magazin wirft für Sie einen Blick in die Gegenwart und die Zukunft von elektronischem Sex und programmierter Liebe.
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| Es gibt bereits das KissPhone |
Roboter werden Beziehungspartner |
Gefühle sind immer Rechenvorgänge |
„Es passiert doch schon heute", sagt der japanische Roboterforscher Hiroshi Ishiguro. Vor einigen Jahren entdeckte er ein Gerät, das sich per USB-Kabel an den Computer anschließen lässt. Besucht der Benutzer eine entsprechende Website, synchronisiert das elektronische Sexspielzeug die eigenen Bewegungen mit denen von virtuellen Frauen auf dem Bildschirm.
Science-Fiction-Sex ohne Körperkontakt: Was Anfang der Neunziger zwischen Sandra Bullock und Sylvester Stallone im Hollywood-Blockbuster „Demolition Man" noch reine Zukunftsmusik war, ist inzwischen Realität. „Teledildonics" nennen sich die Geräte, die Sex über weite Entfernungen ermöglichen – ohne, dass sich die Beteiligten dabei wirklich nahe kommen. Inzwischen gibt es Sets, bestehend aus künstlicher Vagina und dazugehörigen Vibrator, die über das Internet miteinander verbunden werden und die Tätigkeiten mit dem einen Gerät auf das jeweils andere übertragen. Es gibt das KissPhone, das Geschwindigkeit, Druck und Temperatur eines Kusses misst, den man einem Plastikmund in Spielzeugoptik gibt. Diese Daten werden auf ein zweites KissPhone übertragen und hier vom Plastikmund an den Besitzer weitergeleitet. Es gibt das Hug Shirt, ein Shirt mit Sensoren und Vibratoren, dessen Berührungen per Bluetooth ans Handy und von dort weiter zum Partner übermittelt werden. Trägt auch er ein solches Oberteil, kann er die Berührungen des anderen an seinem eigenen Körper fühlen.
Programmierte Liebe und elektronischer Sex.
Können Roboter den menschlichen Partner ablösen – und wenn
ja – wären die entsprechenden Gefühle des Roboters dann echt
oder einem menschlichen Gefühl nachgemacht?
Was es allerdings noch nicht gibt, sind Roboter, die den Partner ersetzen oder einen Menschen gar lieben können. Doch auch daran wird in der Wissenschaft längst gearbeitet. Der Kognitionsforscher und Autor Don Norman ist davon überzeugt, dass Maschinen zukünftig Emotionen besitzen werden, alleine schon, um besser mit Menschen interagieren und kooperieren zu können. „Wie soll mein Toaster sonst jemals lernen, wie ich den Toast am liebsten mag, wenn er nicht stolz auf seine Arbeit sein kann?", sagte er der Zeitschrift Technology Review. Allerdings spielen nicht nur Emotionen bei dem Verhältnis zwischen Mensch und Maschine eine wichtige Rolle, es kommt auch auf die Mimik, die Intelligenz, das Verhalten und die Köpermechanik an. Zwar gibt es auf der ganzen Welt bereits diverse Forschungsprojekte, in denen Roboter mit einzelnen dieser Eigenschaften ausgestattet werden. Doch um einem Roboter wirkliche Gefühle entgegenbringen zu können, ist vor allem das Zusammenspiel all dieser Faktoren entscheidend.
In der Sexualpsychologie gibt es seit langem den Begriff des Objektfetischismus, also der sexuellen Anziehung von Objekten auf Menschen. In Studien wird von Menschen berichtet, die eine Beziehung zu ihrer Heimorgel führen, es gibt „Partnerschaften" zwischen Dampflokomotive und Mann. Auch die Industrie hat diese Neigung längst entdeckt und produziert Puppen, die einer echten Frau fast täuschend ähnlich sind. Theoretisch gibt es also solche „Beziehungen" zu Objekten – und damit auch zu Maschinen – bereits. Doch ob sie auf wirklicher Liebe basieren? Und ob man dieses Gefühl von einer Maschine zurückbekommen kann? Es gibt Forscher, die diese Utopie für möglich halten.
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| Roboter müssen Verhaltensweisen verstehen |
Wären Gefühle dann echt oder nachgemacht |
Wichtig sind Intelligenz und Mimik |
David Levy, der Informatiker und Autor des Buchs „Love and Sex with Robots" geht davon aus, dass Menschen sich in Roboter verlieben, sie heiraten und Sex mit ihnen haben werden. „Das ist langfristig unvermeidlich", schreibt er. „Ich glaube, die größte Gruppe, die Roboter bevorzugen wird, sind Millionen von Menschen, die es aus was für Gründen auch immer schwierig finden, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Für diese Menschen werden Roboter die Lösung für eines der wichtigsten Probleme in ihrem Leben."
Bis es soweit ist, muss die Forschung noch eine ganze Menge Fortschritte machen. Ein Roboter muss nicht nur Emotionen empfinden und zeigen können, er muss auch in der Lage sein, die menschlichen Verhaltensweisen zu verstehen und nachzuahmen. Er muss eine realistische Mimik besitzen und den menschlichen Bewegungsablauf beherrschen, um die angeborenen und erlernten Erwartungen des Gegenübers zu erfüllen.
Die größte Schwierigkeit dabei ist, dass die Wissenschaftler die komplexen Funktionsweisen von zwischenmenschlichen Beziehungen selbst noch nicht entschlüsselt haben. Wie sollen sie also einem Roboter das entsprechende Verhalten programmieren? Und gesetzt den Fall, dass die Forschung dazu tatsächlich in der Lage sein sollte: Wären die entsprechenden Gefühle des Roboters dann nachgemacht oder echt?
Der britische Philosoph und Robotikforscher Dylan Evans sieht in diesem Zwiespalt keinen Hinderungsgrund: „Ich glaube, es ist unmöglich, hier eine wissenschaftlich eindeutige Unterscheidung zu treffen. Wenn wir Gefühle als Rechenvorgänge im Gehirn definieren, ist es egal, ob diese organisch oder aus Silizium sind", sagt er.
Bis es also tatsächlich so weit ist, dass ein Roboter die komplizierten menschlichen Emotionen nachempfinden und als vollwertiger Ersatz für einen geliebten Partner dienen kann, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Adulante bleibt für Sie natürlich am Ball und informiert Sie auch weiterhin über interessante und skurrile Neuigkeiten aus der Welt der Robotik.











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